Reiseindustrie fordert verstärkte Aufklärungsarbeit von den Reedereien – Kein Ende des Kreuzfahrt-Booms befürchtet

Nach der Havarie der "Costa Concordia"Frankfurt – Das Schiffsunglück vor der italienischen Insel Giglio vom 13. Januar dieses Jahres wird der boomenden Kreuzfahrtindustrie mittel- und langfristig keinen Abbruch tun.

Nach Einschätzung der Reiseindustrie wird sich auch das Buchungsverhalten und die Auswahl der Schiffe durch die Havarie der “Costa Concordia” nicht grundlegend verändern. Allerdings sind die nationalen und internationalen Reedereien nach Einschätzung von Entscheidern der deutschen Reiseindustrie nun gefordert, eine verstärkte Aufklärungsarbeit zu betreiben. Dringend notwendig scheint nach Meinung der Vertreter der Reiseindustrie eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Travel Industry Club, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Bei der Erhebung unter Entscheidern der deutschen Reiseindustrie gaben 88 Prozent aller Befragten bei der im Auftrag des Travel Industry Club von dem auf die Touristik spezialisierten Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendscope erhobenen Umfrage an, dass die Reedereien jetzt aktiv aufklären sollten, um insbesondere neue Zielgruppen nicht zu verunsichern. Für 95 Prozent der insgesamt 280 befragten Entscheider habe das Thema Sicherheit höchste Priorität. Ihrer Meinung nach sollten die Reedereien jetzt die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen.

79 Prozent der Befragten gehen nicht davon aus, dass das Unglück der “Costa Concordia” der Kreuzfahrtindustrie mittel- und langfristig schaden wird. Zudem ist mit 58 Prozent die Mehrheit der Entscheider der Meinung, dass die Havarie in erster Linie nur der betroffenen Reederei zugeschrieben wird. Nur gut ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass die gesamte Kreuzfahrtbranche unter dem Unglück vor der italienischen Küste “zu leiden” hat.

In der Beurteilung der Entscheider ist die Mehrheit der Kunden nicht ausreichend über die Ursachen der Havarie informiert. 56 Prozent der Kunden in Reisebüros seien durch das Unglück generell verunsichert worden. Die Medien haben sich dabei nach Auffassung der Befragten durchaus positiv ins Bild gebracht. Mit 59 Prozent beurteilt die überwiegende Mehrheit die Berichterstattung als “sachlich und informativ”. Nur 36 Prozent der Befragten hielten die Berichte über das Unglück für “dramatisch und vielfach übertrieben”.

Konsequenzen im Buchungsverhalten sehen die Befragten nicht. So gehen nur 28 Prozent der Befragten davon aus, dass die Reisenden in Zukunft eher kleine Schiffe favorisieren werden. Und auch das Preisgefüge wird sich nach Einschätzung der Experten nicht verändern. Mit 67 Prozent geht die Mehrheit nicht davon aus, dass die Reedereien für das laufende Jahr ihre Kreuzfahrten billiger anbieten werden.

Der Travel Industry Club ist ein – von bestehenden Verbänden unabhängiges – Entscheidernetzwerk von Führungskräften aller an der Prozesskette beteiligten Unternehmen der Reiseindustrie, die durch ihr persönliches Engagement dazu beitragen, die öffentliche Wahrnehmung des Wirtschaftsbereiches “Privat- und Geschäftsreisen” zu verbessern. Die aktuell über 600 Mitglieder sind Entscheidungsträger und Führungskräfte der Privat- und Geschäftsreiseindustrie aus Geschäftsführung, Vertrieb, Marketing und Kommunikation aller touristischen Segmente. Zu den Mitgliedern gehören Führungskräfte von Verkehrsträgern, Hotellerie, Reiseveranstaltern, Reisemittlern, Flughäfen, Verbänden, Technologieanbietern, Versicherungen und Beratungsunternehmen sowie Journalisten der Wirtschafts- und Fachpresse, von Nachrichtenagenturen und von Funk und Fernsehen.

Pressekontakt:

Helen Bardtenschlager
Senior Project Manager
Travel Industry Club
Telefon +49 (0)69-9511 997 12
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