Selbst dort, wo sonst Urlaubsstimmung herrscht und kurze Hosen auch in der vierten Jahreszeit getragen werden, vermisst man plötzlich die Heizung. In den ansonsten sonnenverwöhnten Ländern baut man keine Heizungen in die Häuser, sie werden nie benötigt. Dass der Winter jedoch mit einer solchen Brutalität auf Europa greift, hätte niemand vermutet.
Was für die einen zur Gaudi wird, stellt sich anderswo als lebensbedrohlich dar. Ski- und Schlittenfahrten als willkommener Freizeitspaß und Erfrierungen mit Todesfolge als Konsequenz defekter, bzw. nicht vorhandener Heizungen. Warme Garderobe wie dicke Pullover und wasserfestes Schuhwerk sind ebenfalls nicht selbstverständlich. Eisdicken von mehr als 20 cm werden gemessen und für die Allgemeinheit freigegeben.
Die Schätzungen der Fachleute, dass der Verbraucher im Schnitt mit 10,- bis 15,- mehr an Heizkosten zu tragen hat, sind realistisch. Alte und schwache Anlagen heizen bei den momentan vorherrschenden Minusgraden nicht alle Räume gleich gut, so dass auch strombetriebene Alternativen zum Einsatz kommen und wiederum Kosten verursachen.
Besonders ältere und aktive Menschen freuen sich über den harten Winter, denn er führt sie gedanklich zurück in ihre Kindertage, als die Jahreszeiten noch typisch waren und nicht so konturlos ineinander übergingen, wie sie es in den vergangenen Jahren andeuteten.
Wer nicht vor die Türe muss, der bleibt lieber im Warmen. Heiße Getränke wie Kakao, Tee oder eine warme Milch mit Honig, stehen hoch im Kurs. Das ist das Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Türe jagt, wo sich die Katze hinterm Ofen verkriecht und die Familie nah zusammenrückt.
Autos springen nicht an oder der Diesel friert ein. Selbst Garagentore lassen sich nicht wie gewünscht öffnen und versagen ihren Dienst. An sein vermeintlich geschütztes Auto zu kommen, ist bei diesen Temperaturen mit Hürden versehen. Die letzte Eiszeit dauerte ca. 10 Tausend Jahre, eine weitere muss nicht unbedingt jetzt beginnen.
Link to this page




Einträge (RSS)