Klickst du mich, dann klick ich auch dichDas Online-Verhalten ist in wenigen Dingen anders, als das Verhalten offline, bzw. im richtigen Leben (IRL). TV-Erfahrene wissen, dass jener, der in eine Sendung kommt, den Gastgeber auch zu seiner Show einlädt. Und wer eine andere Person im Treppenhaus oder sonst wo grüßt, bekommt auch einen Gruß retour. Nehmen und geben, wie eh und je. Außenseiter bleiben unbeachtet.

Auch im Internet hat sich dieses Verhalten durchsetzen können, denn verlinkt und geklickt werden erstrangig jene Webseiten, die mit der eigenen Ähnliches umsetzen. Geklickt wird auf Bekanntes und Gewohntes. Neue Seiten müssen mit einem unübersehbaren Aufwand bekannt gemacht werden, um einen Besucherstrom zu erhalten. Setzt sich diese Site durch, gehört sie irgendwie dazu und alternativ verschwindet sie von der Bildfläche, im wahrsten Sinne des Wortes.

Präsenzen bei bestimmten Portalen (Google, Twitter, Facebook, etc.) scheinen Pflicht zu sein, denn da trifft man Seinesgleichen, wenn auch bloß virtuell. Der eine verabschiedet sich und geht ins Bett und ein anderer tut seine Anwesenheit kund und grüßt mit „Guten Morgen“, als träfe er Kumpels im Stammlokal. Königskinder twittern ihre persönliche Verfassung, Prominente plaudern aus dem Nähkästchen und der Rest der Welt hört gebannt zu, kommentiert, leitet weiter und versorgt die eigenen Kreise mit Infos.

Das also ist das Internet? Eine schwatzhafte und plaudernde Gemeinde? Das wäre fatal!

Die Cliquenhaftigkeit ist eines von vielen Segmenten, die das WWW gebar. Vorrangig steht immer noch die Information. Finden und gefunden werden, Interesse erwecken und zwar glaub- und dauerhaft. Wer breitgefächerte Informationen liefert, wird gerne geklickt. Wer langweilig daherkommt, wird gemieden. Also irgendwie nicht anders, als im richtigen Leben (IRL).

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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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