Bing: Attacken auf gegnerischem Terrain

Google+ vs. FacebookKöln – Über die Kooperation mit Facebook könnte Microsoft Google auf dem lukrativen Suchmaschinenmarkt doch noch gefährlich werden. Aber jetzt hat Google zum Gegenschlag ausgeholt.

Seit Kurzem hat Bing in den USA die Empfehlungen von Facebook-Freunden in die Suchergebnisse integriert. Dank solcher Features zum Thema Social Search bringt Microsoft seine Suchmaschine Bing in eine aussichtsreiche Position. Die Reaktion von Google ließ nicht lange auf sich warten: Mit Google+ greift der Suchmaschinenriese seit Mittwoch auf dem Markt der Social Networks an.

Marktbeobachter erwarten, dass soziale Suche der nächste große Trend im Suchmaschinenmarkt wird. Die Idee dabei ist, dass Nutzer den Einschätzungen und Meinungen ihrer Freunde aus einem Network vertrauen und entsprechende Einträge das Suchergebnis personalisierter und darum zutreffender machen. In den USA zeigt Bing, wenn das Facebook-Profil des Suchenden aktiviert ist, bis zu drei Gesichter von Freunden, denen ein bestimmtes Suchergebnis gefällt. Möglich wird dies durch eine erweiterte Schnittstelle zwischen Bing und Facebook, die die “Likes” einer Ergebnisseite einer Suche anzeigt. Damit haben Microsoft und das soziale Netzwerk ihre Kooperation erweitert.

Dass der Suchmaschinenprimus Google dem nicht tatenlos zusieht, war zu erwarten. Trotzdem kommt Google+, ein eigenes Social Network als Alternative zu Facebook, auch für die meisten Experten überraschend. “Google attackiert Facebook auf dessen originärem Terrain. Die ersten bekannt gewordenen Details des neuen Dienstes sehen dabei vielversprechend aus. Das ist eine aufwendige und teure Strategie, aber auch ein Beleg dafür, dass Google in Zukunft im Bereich Search ebenfalls stärker auf Social-Aspekte setzen wird”, erklärt Christian Mauer, Geschäftsführer der auf Suchmaschinenoptimierung spezialisierten SUMO GmbH ( http://www.sumo.de ).

Auch auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt dürfte der Zweikampf Google+ gegen Facebook/Bing für Veränderungen sorgen: Als Anteilseigner von Facebook bietet Microsoft mit Bing die Suche nach Inhalten aus dem weltgrößten sozialen Netzwerk an. Diese Vereinbarung ist zwar nicht exklusiv, wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg immer wieder betont; Google hätte hier aber vermutlich nur schwer zum Zug kommen können. Wer den Suchmaschinenmarkt künftig dominiert, ist aktuell noch nicht abzusehen. “Die Allianz mit Facebook kann für Microsoft im Bereich Social Search der notwendige Hebel sein, um in diesem Wachstumsmarkt entscheidend zu punkten. Auf der anderen Seite verschafft sich Google+ durch die Einbindung der klassischen Google-Funktionen und -Daten von vornherein eine sehr gute Ausgangsbasis. Wenn Google+ zudem den Datenschutz ernster nimmt als Facebook, kann ein bedeutender Gegenpol zur aktuellen Übermacht von Facebook im Bereich der sozialen Netzwerke entstehen”, ist Christian Mauer überzeugt.

Auf jeden Fall könnte sich das Userverhalten zukünftig verändern. Wenn die mehr als 600 Millionen Facebook-Nutzer für Informationsrecherchen und Produktsuche nicht mehr Google, sondern verstärkt eine Facebook-eigene Suche mit Bing-Technologie verwenden, kann dies die Marktanteile im Bereich Search deutlich verschieben. Wenn es Google schafft, mit einem eigenen Network seine Nutzer in der Google-Welt zu halten, dürfte dies dagegen das Ende des Facebook-Booms bedeuten. Mauer: “Die Einbindung von Social-Aspekten ist der nächste Evolutionsschritt bei Suchmaschinen. Entscheidend wird sein, welcher der großen Spieler im Netz – Facebook, Microsoft oder Google – die besseren Funktionen bietet und welchem man mehr Vertrauen entgegenbringt. So oder so bleibt es spannend.”

Pressekontakt:

Christian Mauer
SUMO GmbH
christian.mauer@sumo.de

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Arno Laxy
Sympra GmbH (GPRA)
sumo@sympra.de

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anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller