Lange war spekuliert worden, jetzt ist es offiziell: Das Opel-Werk in Antwerpen wird geschlossen. Auf 2500 Menschen wartet damit wohl die «kollektive Kündigung».

Opel: Todesstoß für AntwerpenDas Opel-Werk in Antwerpen soll geschlossen werden. Entsprechende Informationen aus Gewerkschaftskreisen hat Opel inzwischen bestätigt.

Um die langfristige Existenz des Unternehmens zu sichern, müsse Opel seine Kapazitäten insgesamt um rund 20 Prozent reduzieren. «Es ist keine leichte Entscheidung, diese Ankündigung zu machen. Vielmehr ist es die harte Realität der derzeitigen Geschäftssituation,» erklärte Opel-Chef Nick Reilly.

Der flämische TV-Sender VRT berichtete ergänzend, das Werk solle Ende Juni die Arbeit einstellen. Auch Opel spricht vom Aus für das Werk 2010. Ein nicht genannter Gewerkschaftsvertreter sprach laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga von «einer kollektiven Entlassung». In dem Werk arbeiten rund 2500 Beschäftigte.

Es handelt sich um die erste Schließung eines Opel-Werkes in Europa. Damit erreicht die Opel-Krise einen neuen Höhepunkt.

Am Morgen hatte die Welt bereits von definitiven Plänen Opels zur Schließung des Werks berichtet. Antwerpen gilt schon länger als akut gefährdet. Bei der Vorlage des Restrukturierungskonzepts hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors eine Schließung nicht ausgeschlossen.

Antwerpen schon lange auf Streichliste

Auch der Plan des Autozulieferers Magna International, der Opel eigentlich von GM übernehmen wollte, hätte das Aus für Antwerpen bedeutet. Im Werk Antwerpen baut Opel bestimmte Versionen des Kompaktwagens Astra. Laut Informationen der Welt soll die Produktion offenbar nach Bochum verlagert werden. Ein Opel-Manager hat sich bislang noch nicht zur Zukunft von Antwerpen geäußert.

Erst gestern hatte der Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz das Sparkonzept von Reilly als nicht akzeptabel bezeichnet. In Antwerpen läuft in diesen Minuten eine außerordentliche Betriebsversammlung.

Der Sanierungsplan von Opel sieht nach früheren Betriebsratsangaben aus Deutschland vor, im laufenden Jahr etwa 8300 der 48.000 Stellen in Europa abzubauen, vor allem in Deutschland und Belgien.

General Motors Belgium und Opel haben in dem Werk Antwerpen seit 1925 mehr als 13 Millionen Autos produziert. Das erste Modell lief noch unter der Marke Chevrolet vom Band. Es folgten diverse Modelle wie Manta, Ascona, Kadett oder Vectra. Seit zehn Jahren wird in Belgien nur noch ein Modell gebaut, der Opel Astra in den Versionen Dreitürer, Twintop und Caravan.

Die Zahl der Mitarbeiter sank seit Beginn der 80er Jahre von rund 12.000 auf zuletzt offiziell revidierte 2606. Liefen im Jahr 2000 noch 329.000 Fahrzeuge von der Montagestraße, so waren es 2009 nur noch rund 89.000. 96 Prozent der Produktion waren für den Export bestimmt.

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