Das Supertalent 2009 – Folge 6Wenn zwei Leute erscheinen, müssen sie nicht zwangsläufig den Zeugen Jehovas angehören. Es kann sich ebenso gut um ein Moderatorenteam handeln. Minigruppen genießen nun mal erhebliche Vorteile, das hat sich offensichtlich herumgesprochen. Die Zielgruppe wird es verstehen, meine Generation ist kein Ansprechpartner mehr. Sowohl Dieter Bohlen als auch Bruce Darnell schießen an der Zielgruppe vorbei. Lediglich Frau van der Vaart verhält sich altersgemäß konform.

Das bunte Treiben beginnt bei einigen Talenten mit einem Film. Hier wird der Zuschauer in das Dilemma gerissen, in dem sich der/die/das Talent befindet. 419 hungrige Geschwister, der Vater starb bei der Geburt und die Mutter leidet schon seit Jahrhunderten an einer seltenen Krankheit, die noch nicht einmal Dr. House kennt. Wenn der Sohn, die Tochter oder gott-weiß-wer jetzt keine steile Karriere aufs Parkett legt, ist eh alles hinüber. Alles bleibt demnach wie es ist, und der Zuschauer trägt dabei die Verantwortung.

Die Jury schreitet zur Tat, nimmt Platz und schon beginnt der Einmarsch der Textvergesser, MP3-Playback-Freaks und sonstiger Schunkelakrobaten. Die Animateure nehmen ihre Position ein und das Publikum folgt brav den Anweisungen dieser Vorklatscher. Also fläzen wir uns mega-hammermäßig in die Polster der heimischen Couch und lassen den Vorhang öffnen.

Mandy Kim betritt die Bühne und will mit Twist der Sechziger einheizen. Aber die Musikanlage, das Mikro oder der Rest der Welt haben sich gegen sie verschworen. Nichts landete da, wo es hingehörte und Mandy landete ins Aus. Ganz anders dagegen der Mann mit dem Handy am Ohr. Gilbert Bécaud besaß noch kein Handy. Er hielt seine Hand am Ohr und machte Weltkarriere. Die dann erschienene kleine Hanar ist von einer Weltkarriere noch Lichtjahre entfernt. Singen kann die 9-jährige aber gut. Sie war in der letzten Staffel schon dabei und übte offensichtlich fleißig.

Dass mit Zucker nicht zu spaßen ist, weiß jeder Diabetiker. Beim Supertalent lernte der Zuschauer einen Augenzucker kennen. Oma so lieb, Oma so nett, läg’ ich bloß nicht mit Zucker im Bett. Die aufgestellte Puppe brachte den Oma-Lieder-Singer-Songwriter keinen Millimeter weiter. Auch Thorsten Boller erspart sich ein Wiedererscheinen. Die Sprünge über die aufgestellten Hindernisse waren zwar toll, doch wer möchte das länger als nötig ertragen. Ebenso verzichtbar waren die Armruderbewegungen, welche die Synchronisation der Musik sichtbar machen sollten. Es sah noch bekloppter aus, als wie wenn man seinen Namen tanzen tut.

Erva würde am Liebsten wieder nach Indonesien düsen, hätte sie bloß genug Geld. Also tritt man beim Supertalent auf und gewinnt vielleicht den Jackpott. Gesungen hat Erva recht überzeugend. Ob es sie zum großen Geld bringen wird, darf man jedoch bezweifeln. Die Zweifel trug der Zuschauer dann mit in die 1. Werbepause und grübelte über die Frage:

Was führt ein Akrobat vor?

A: Tortenstücke
B: Kunststücke

Und schwups wurden aus den Golden Girls die golden Boys. Aber da stand der Atem still, da herrschte Ruhe, da schaute man hin. Das schüttelt man nicht so easy aus dem Handgelenk, das war prima. Auch die Mischung aus Akrobatik und japanischen Trommeln ist nicht im täglichen Einerlei zu finden. Mit der Startnummer 21797 trat sie dann auf. Bläuliche Lippen weisen sonst auf starke Unterkühlung hin, hier war es umgekehrt. Der Volksmund nennt es Hitzkopf. Die einstige Schweinezüchterin sprang auf den Gaga-Zug. Überzeugen konnte sie nicht, das Gelächter des Publikums klingt noch immer in meinen Ohren. „Rappel Zappel du dei“ schmetterte Raini. Ein origineller Titel, ein origineller Altenpfleger, ein gewohnt gesenktes Haupt beim Abgang. Drei „Nein“ im Gepäck.

Die Off-Stimme kündigte im Intro ein Wunderkind an und bei Wundern wundert sich jeder Zuschauer gewaltig, wenn dem dann nicht so ist. Die 12-jährige Sandra entpuppte sich weniger als Wunder, denn erheblich mehr als „Schreihals“. Dieter Bohlen formulierte es kindgerechter. Jetzt folgte Werbung Nummer zwo und das gute neue Auto aus dem Hause Suzuki war immer noch zu haben.

Kaum noch bekannte Bühnenaktionen brachte zwar schon der Furzer ins Gedächtnis, aber was ein Serpentinentanz ist, führte Vicky vor und man geriet ins Träumen. Wunderschöne Bilder in einer bezaubernden Umgebung, mit Hingabe und Anmut dargestellt, schade dass das Licht wieder hell schien. Mit chirurgischer Präzision und einer kaum merklichen, doch pulsierenden Kniescheibe, führte Doc Björn seine Tanznummer vor. Ganz wichtig war dabei die Sonnenbrille.

Bruce Darnell kam, sah und flüchtete schon vom Anblick her, denn Schlangen und Spinnen scheinen nicht zu seinen sonstigen Spielkameraden zu gehören. Die darbietende Schlangenfrau Roxana machte ihn mit den „Leisetretern“ wohl bekannt. Der Hero des Abends war mit Sicherheit der 19-jährige David. Er spielte auf der Gitarre, sang dazu und beides machte er sehr gut. Ein Supertalent?

Gewonnen hat den Wagen im Wert von über 17.000,- Euronen eine Dame. Glückwunsch! Die Frage war schwer, die Antworten knifflig, da freut man sich gewaltig. Die richtige Antwort lautete übrigens FUNDSTÜCKE. Nun kann ich’s ja sagen…

Das Supertalent 2009
Das Supertalent 2009 Folge 3
Das Supertalent 2009 Folge 4
Das Supertalent 2009 Folge 5

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3 Antworten zu “Das Supertalent 2009 – Folge 6”
  1. Lutz Spilker sagt:

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  2. Lutz Spilker sagt:

    Das Supertalent 2009 – Folge 6: Wenn zwei Leute erscheinen, müssen sie nicht zwangsläufig den Zeugen Jehovas an.. http://twurl.nl/wjyoar

  3.  
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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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