Twitter – geliebt und gehasstSich mitzuteilen steht hoch im Kurs und ist zum Treffpunkt für viele Leute geworden. In der realen Welt geschieht es per Mobil-Telefon und im Internet bietet allen voran das Portal „Twitter“ seine Dienste an. Kompliziert wird es erst, wenn man jemandem, der von Socials und Micro-Blogs noch unbedarft ist, erklären soll, was „Twitter“ eigentlich ist. Was macht man da und wozu macht man es?

Ist es also doch diese Art von Mitteilungsbedürfnis, die den User dazu veranlasst, seine momentane Tätigkeit zu dokumentieren? Käme es nicht dem übermäßig schwungvollen Zuschlagen einer Autotüre um 04:00h am Morgen gleich? Auch in derlei Rücksichtslosigkeit steckt eine Mitteilung. Die Information: „Ich bin da und dass die Welt (noch) schläft ist mir egal!“

Und in den Micro-Blogging-Portalen, wie sieht es dort aus? Betrachtet man die Mitteilungen etwas genauer, so lässt sich die Banalität der Informationen kaum überbieten und das ist der Erfolg dieser Portale. Mehr oder minder nichts aussagende Informationen gelangen in die Öffentlichkeit, werden konsumiert und regen nicht zum Nachdenken an. Ein bunter Strauß voller Inhaltslosigkeit.

Diese Informationen wollen gelesen und ggf. reflektiert werden. Aber wie will man es jemandem erklären, dass sich täglich Millionen von Menschen auf diese Portale stürzen, um dort zu lesen, zu schreiben (140 Zeichen…), zu verfolgen und sich augenscheinlich unterhalten? Es muss ein großer Unterhaltungswert vorliegen, wie sonst wäre ein derartiger Erfolg erklärbar.

Wenn in den Spalten der „Yellow-Press“ von Prominenten berichtet wird, Königshäuser und andere Personen mit populärem Bekanntheitsgrad Erwähnung finden, dann besitzt jetzt jeder dieselbe Möglichkeit, über sich und sein Umfeld zu reden oder auf sich aufmerksam zu machen. Speakers-Corner für Jedermann. Die Beliebtheit dieser Portale ist jedoch auch ein Magnet für kriminelle Energien.

So wunderte man sich in diesen Tagen, dass ein junger Mann mit einem recht simplen, jedoch probatem Script ein wenig Unruhe in die sich mitteilende Gemeinde der Twitterer brachte. Er schleuste ein Virus (Mickeyy Mooney) ein und stellte die Portalbetreiber vor die Aufgabe, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dies sei geschehen, so liest man nun. Aber das sind lediglich Randerscheinungen und haben mit einer Erklärung nichts gemein.

Was ist mit jenen, die diese Art der „Freizeitbewältigung“ hassen? Verstehen die nicht, um was es geht? Es geht um Mitteilungen. Jeder teilt sich jedem mit. Mehr nicht. Was man mitteilt, ist völlig ohne Belang, denn nicht jede Mitteilung wird verstanden. Somit kann man auch nicht jede Mitteilung konsumieren, geschweige darauf reagieren. Hier setzt die Grenze der Sprache seine eigenen Barrieren.

Also bilden sich – wie im richtigen Leben auch – Gruppen und Grüppchen. Man ist unter sich und wird verstanden. Man schart „Freunde“ um sich, trägt sich als „Verfolger“ eines anderen ein und nimmt teil. Man gehört dazu, man findet Anschluss und bildet ein Glied in einer virtuellen Welt. Man konsumiert, reagiert, kommentiert und begnügt sich mit genau denselben Belanglosigkeiten, die in jeder x-beliebigen Talk-Show zur Top-Quote führen sollen.

Die Titel der Gazetten leben von Belanglosigkeiten und jede Woche erscheint eine neue Ausgabe eines solchen Druckwerks, welches nicht selten in Lesemappen sein Dasein fristet, oder auf den Tischen der Wartezimmer ausgebreitet wird.

Alles ist verständlich, alles wird ohne Anspruch dokumentiert und alles besitzt eine klare Aussage. Es gibt keine Fortsetzung und der Konsum dieser Belanglosigkeiten ist frei von chemischen Zusätzen, macht nicht dick und verändert die Erbanlagen nur geringfügig…

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Eine Antwort zu “Twitter – geliebt und gehasst”
  1. Lutz Spilker sagt:

    Twitter – geliebt und gehasst http://tinyurl.com/cd8h9q

  2.  
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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller
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