Da kommen einem die Tränen...Natürlich, ein Richter verantwortet sich lediglich vor sich (seinem Gewissen) und vor Gott, wobei die Reihenfolge nicht in Stein gemeißelt wurde. Und dann ist da auch noch das Gesetz. Im Zweifelsfalle könnte man es zur Urteilsbegründung heranziehen und ein paar Paragraphen beachten. Manche Gesetze gelten anderswo ganz anders, wie z.B. im Internet.

Betrachten wir einmal ein paar alltägliche Situationen, so wird schnell klar, dass das Zustandekommen eines Sachverhalts etwas mit Kausalität zu tun hat und sich nicht immer nur aus Paragraphen zusammensetzen lässt.

Autounfall A passiert. Schaden, Schadenersatz, gottlob keine Verletzten. Schuld war letztendlich das unpassende Schuhwerk eines Fahrers, oder einer Fahrerin. Das war also der eigentliche Verursacher. Pedal verwechselt, fest gehangen, etc. Schau an. Autounfall B passiert. Wieder ein Schaden, wieder wird Schadenersatz gefordert und wieder gab es gottlob nur zerbeultes Blech und Lackschrammen.

Eine Rechts-vor-Linksregelung war hier der Auslöser? Jein. Dem Fahrer XY konnte nachgewiesen werden, dass dieser Unfälle provoziert. Aha. So stellt sich also der tatsächliche Sachverhalt dar. Das ist dann Betrug…

Und nun befinden wir uns im WWW, im Internet, in einem Blog, einem Forum oder einer sonstigen Webseite, von denen es im „Netz“ schließlich etliche geben soll. Kein Zweifel. Wie steht es da mit den Schadensverursachern? Wie steht es da mit den Provokateuren, die geradezu darauf lauern, jemandem die Vorfahrt anzubieten, es später jedoch abstreiten, um Umsatz zu realisieren?

Auch im Internet findet man derlei Vorgehensweise. Wunderschöne Bilder / Fotos werden akribisch in Webseiten eingestellt. Kostenlos….. darf man sich diese anschauen…. toll. Man will dem Betrachter jede Möglichkeit der optischen Ablenkung nehmen und stellt besagte Bilder / Fotos daher mit schneeweißem Hintergrund ein. Obertoll.

Und weil Mutti so einen schicken Vornamen inne hat, nennt man die Webseite auch so und klemmt noch etwas dahinter. Nun denkt jeder User, dass es sich bei dieser Webseite, die mit Ersatzteilen, „Krims-Krams“ oder Kochrezepten aufwartet, von einer netten Dame in zäher Akribie zusammen getackert wurde. Denkste!

Dahinter steckt Methode und zwar eine gewaltige. Abmahnungen vom Betreiber solcher Web-Seiten hagelt es allerorts, denn das Copyright eines Fotos ist in deutschen Landen unantastbar, unabhängig des Motivs, bzw. der Qualität…. wenn man sich nicht die Mühe macht, auch die Hintergründe zu erfragen, die zum Benutzen eines solch’ copyrightgeschützten Bildes / Fotos führten.

Bild ist also Bild und Foto ist Foto und damit ist der Fall erledigt? Dann wäre doch auch Unfall gleich Unfall und auch dort wäre der Fall erledigt?! So ist es aber nicht und darum wäre es dringend an der Zeit, sich auch mit dem Zustandekommen einer Sache zu befassen.

Kann man eine Zwiebel schützen, bloß weil man sie fotografierte? Besitzt diese Zwiebel nun eine Art „Heiligenschein“ und ist allen anderen Zwiebeln voraus? Altert sie nicht mehr? Wird sie also immer so aussehen, fototechnisch konserviert, sozusagen? Existiert die „Seele“ der Zwiebel auf dem Bild für alle Zeiten weiter?

Wird jetzt von jeder Zwiebel ein „Fingerabdruck“ hinterlegt, damit man bei der verblüffenden Ähnlichkeit zweier Zwiebeln die Richtige zu ermitteln imstande ist? Wird hier nicht deutlich, wie sehr man sich das Gesetz zunutze machen kann…?

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George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller
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