Anhand eines Alltagsbeispiels lässt es sich am besten verdeutlichen: User X sucht den günstigsten Preis für eine Waschmaschine. Also wird er die bekannten sogenannten Preissuchmaschinen aufsuchen und sich dort durchwuseln.

Bekommt er dort den günstigsten Preis angezeigt? Vielleicht. Weil die „Preissuchmaschine“ nur die Ergebnisse anzeigt, die ihr vorliegen. Ein Web-Shop muss nach bestimmten Kriterien seine Produkte dieser Preissuchmaschine mitteilen. Das ist so. Existiert evtl. ein WWW-Shop mit einem „unschlagbar“ günstigen Preis für eine Waschmaschine, die der Preissuchmaschine jedoch nicht vorliegt, bestellt User X womöglich eine Alternative.

Preissuchmaschinen suchen also lediglich in den übermittelten Daten, nicht im gesamten WWW, wie es eine „normale“ Suchmaschine per „Bots“ vermag. Gequotete (also mit einem “ hinten und vorne versehen…) Begriffe werden als „Phrase“ gesucht und ggf. als Result auf den Bildschirm gestellt.

Nun kommt ein weiter Aspekt hinzu; nämlich die dynamischen Seiten. Webseiten also, die erst nach Anforderung des Users von einer Datenbank generiert auf dem Bildschirm transportiert werden. Wird ein bestimmter Artikel (als Beispiel) nie userseitig angefordert, entsteht die Ergebnisseite auch nie.

Die Results (Ergebnisse…) werden per HTML-Tabelle auf des Users Bildschirm angezeigt, wobei die Tabelle (border=“0“) nicht sichtbar ist. Evtl. farbige Unterschiede lassen vermuten, dass es sich um eine Tabelle handeln könnte. Dies ist jedoch nicht von Relevanz, allein der textalische Inhalt zählt. Tabellen beinhalten Daten, die nach bestimmten Vorgaben der Datenbank an bestimmte Positionen notiert werden.

Es werden eine Menge Daten ausgegeben, die zwar für den User in einem erkennbaren Zusammenhang stehen, nicht jedoch für eine Suchmaschine. Für die SuMa ist es nur Text, bzw. Daten. Diese Daten setzen sich und wir bleiben noch ein wenig bei der Waschmaschine, aus Gewicht, Farbe, Preis, Artikelnummer usw. zusammen. Jeder Datensatz in einer anderen Zelle des gesamten Tables.

Vielleicht steht sogar die Währung (€, EURO, EUR, etc.) in einer anderen Zelle und die SuMa „weiß“ jetzt noch nicht einmal, dass es sich bei dieser Angabe um den Preis handelt. Woher auch. SuMas „ahnen“ nicht. Es sind Programme. Ebenso könnte es sich um das Gewicht, die Artikelnummer oder die Telefonnummer des Anbieters handeln.

Für das Wort „Waschmaschine“ existieren auch andere Bezeichnungen (Synonyme), wie z.b. Waschautomat. Auch diese Synonyme müssen Beachtung finden und die Datenbank damit „bestückt“ werden. Eine von vielen Aufgaben einer SuMa.

Die Aufgabe einer „echten Preissuchmaschine“, wenn man es so nennen will, besteht also nicht im Auflisten der zugesandten Daten, sondern im tatsächlichen Finden. Und jetzt kommt die Semantik ins Spiel. Zuordnen und erkennen von Zusammengehörigen Daten. Unser Beispiel war: User X sucht die günstigste Waschmaschine. Nicht jede Datenbank gibt die Daten in der selben Folge aus, wie eine andere.

Bilder stehen als Thumbnail daneben, Volumen und Energieeffizienzen, unterschiedliche Symbolik in Sachen Lieferfähigkeit usw. Keine Vereinheitlichung, kein erkennbares Muster, Datensalat und Chaos. Daraus soll die Preis-SuMa nun ein Ergebnis liefern? Könnte sie, wenn…

Wenn die SuMa den Preis und das Produkt als eine Einheit betrachten könnte, so wie der menschliche Verstand. Dann „wüsste“ die SuMa, dass diese beiden Daten zusammengehören und könnte das Result ausgeben. DAS wäre eine Preis-Suchmaschine. Niemand müsste seine Shopdaten als CSV-File hinterlegen, sich bei Katalogseiten als Anbieter anmelden etc.

Vor über 10 Jahren habe ich mir unter dem Arbeitstitel „Der Support“ über dieses Thema schon Gedanken gemacht und es komplett als Konzept niedergeschrieben. Seinerzeit war keiner in der Lage, eine solche „echte“ Preis-Suchmaschine zu entwickeln. Semantik als halbintelligente Lösung für den User in Sachen Datenbank? Man rückt dem Thema immer näher. Ich bin gespannt.

© 1997 by Lutz Spilker

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George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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