Erwachet - Zeugen JehovaWer schon einmal durch eine Fußgängerzone geschlendert ist und sie dort irgendwo stehen sah, kann meinen Eindruck maßstabgetreu nachempfinden. Die Rede ist von den „Zeugen Jehovas“. Oh nein, ich werde mich keinesfalls über diese Herrschaften lustig machen, oder gar ihr Tun und Treiben in Frage stellen. Nein, das tun andere schon. Es ist zwar nicht immer sofort erkennbar um was es dort genau geht, aber auch das soll mich nicht interessieren.

Die Gesichter der „Wachturm-Halter“ sind es, die mich (abschreckend) inspirieren. Stundenlang halten sie ein Heft oder ein Buch in der Hand und schauen zu irgendeinem Punkt im Universum. Auch das ist völlig ok, soll jeder machen wie er meint. Aber die Gesichter. Sind das Gesichter glücklicher Menschen? Jene die ich sah auf gar keinen Fall. Aber sie wollen doch werben, mehren und bekehren. Das wollen sie in der Tat und ihre Hartnäckigkeit dahingehend ist über alle Grenzen bekannt.

Aber will man nachher auch mit einer derart düsteren Mine dastehen? Ich nicht! Und um so aus der Wäsche zu schauen, muss man auch kein Zeuge Jehova sein. Das schaffen andere ohne Bekenntnis. Jedes Unternehmen möchte am Liebsten alle Kunden für sich vereinnahmen und man bietet als Gegenleistung das, was portfolio machbar scheint. Geschmack, wenns ums Essen geht, gutes Aussehen in Sachen Garderobe, Freizeit und Kosmetik, Unterhaltung bieten die Medien und Freiheit auf Gummi gehört zur Abteilung KFZ-Industrie.

Analog dazu müsste man nun nüchtern feststellen: lange Gesichter und den Ausdruck völliger Unzufriedenheit bieten die Zeugen Jehovas. Das verkauft sich aber mies. Irgendwo fehlt da der „Happiness-Faktor“. Wer schult diese Leute? Soll das womöglich so sein? Sie geben ja auf alles eine eher stereotype Antwort, bloß auf solche Fragen nicht, die zwischenmenschlich jedoch unabdingbar sind. Man will schließlich etwas erreichen, doch was bloß? Und dabei soll man auch noch wach sein, denn „erwachet“ ist eine imperative Äußerung. Na bitte.

Glaube ist nicht Sache eines Vereins, einer Sekte oder einer Gemeinschaft, auch wenn diese als Kirche tituliert wird. Es ist meine eigene Entscheidung und ich persönlich muss dazu keiner Gemeinschaft angehören. Schon gar nicht einer, deren Mitglieder im Club der langen Gesichter den ersten Preis gewinnen könnten ohne vorher trainieren zu müssen. Man muss weder Blumen im Haar tragen, noch sonst etwas tun. Es sind eben nur diese Gesichter, die Unglück, schlechtes Wetter und eine nahende Katastrophe ausdrücken.

Wer möchte schon gerne unglücklich sein? Ich nicht und niemand den ich kenne.

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2 Antworten zu “Erwachet – Zeugen Jehova”
  1. Miike sagt:

    lol, ist echt eine sehr gute Schilderung der Sicht von den Nicht-Zeugen-Jehovas, auf die Zeugen. Hätte ich wohl nicht schöner ausdrücken können.

    Gab’s eigentlich irgendwie einen Umbruch beim Verlag/Vertrieb? Denn man sieht jetzt auch immer mehr Zeugen in der Stadt die ein Erwachet! heft in der Hand haben. Wobei hingegen der gute alte Wachtturm aus den Straßen verschwunden ist.

    Wie kommt das? Wollen sie vielleicht mit dem “allgemeiner” gestalteten Erwachet! mehr potenzielle Zeugen missionieren? Ich bezweifle dass das klappt…

  2. Lutz Spilker sagt:

    Hallo Miike,

    die Zeugen Jehovas verfolgen teilweise recht eigenwillige Regeln, die sich mit dem tatsächlichen heutigen Leben, nicht so ohne Weiteres vereinbaren lassen.

    Wenn ein Michael Mittermeier die Begegnung mit diesen „Bibelforschern“ karikiert, bleibt zwar kein Auge trocken, jedoch reicht oftmals die pure Betrachtung der Herrschaften, um sich seines persönlichen Glückes bewusst zu werden.

    Der Verlag Watchtower ist der Herausgeber in Sachen Wachtturm. In Österreich sind die Zeugen Jehovas als Religion anerkannt worden, hier zu Lande gelten sie immer noch als Sekte, der Unterschied ist…. Ich hab’ echt kleine Ahnung.

    War Jesu(s) nun ein Sektengründer, ein Religions-Stifter, ein Aufrührer (Rebell), ein dies oder ein jenes… auch da sind sich die Gelehrten und Geläuterten nicht ganz so einig.

    Nach nunmehr ~ 2000 Jahren denkt man anders, verhält sich anders und stellt fest, dass überhaupt alles völlig anders geworden ist. Bei den Meisten jedenfalls…

    lG
    Lutz

  3.  
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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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