Die Zeichen standen schlecht für sie, in bald vergessener Zeit
die Tage schienen endlos lang, wurden zur Ewigkeit,
die Frucht in ihr sie wuchs und wuchs und war deutlich zu sehen,
doch die Not war groß und ihr wurde klar, sie kann den Weg zu dritt nicht gehen.

In ihr schlagen drei Herzen, von zweien muß sie sich bald trennen,
zwei Löcher will’s in ihre Seele reissen, die ein ganzes Leben brennen,
es werden ihre Söhne sein, doch sie wird es nie erfahren,
denn sie gibt sie fort, gleich nach der Geburt, will sich Schmerzen sparen.

Die Jahre vergingen und jeder wuchs auf, in einem ganz anderen Land,
weil sich nach der Geburt leider keine Familie, für beide Kinder fand,
so hatte ein jeder einen Zwillingsbruder, von dem er nie gewusst,
doch innerlich diese bestimmte Gewissheit, als ob man etwas vermisst.

Sie werden sich bald gegenüber steh’n und sich gegenseitig in die Augen seh’n
eine Antwort auf die Frage zeichnet dann ihr Gesicht,
Bist Du der zweite Teil von mir, der ständig mit mir spricht?

Aus den Kindern wurden schon bald junge Männer, die für ihr Vaterland,
wie selbstverständlich Rock und Waffe trugen, auch wenns keiner verstand,
man schickte sie bald in den Krieg, zu kämpfen um jeden Meter,
den einen von Nord und den and’ren von Süd, zur Ehre ihrer Väter.

Die Brüder hielten ihre Fahne hoch und schritten vorne weg,
um sie herum fielen Soldaten nieder und lagen dann im Dreck,
den Graben als letzte Deckung erreicht, doch der Feind ist schon so nah,
auch er liegt im Graben und lauert Dir auf, allerhöchste Lebensgefahr.

Köpfe gingen hoch und man schaute ganz schnell hinein ins feindlich’ Lager,
was hab ich zu verlieren Mann, ich duck mich nicht zuerst, bin doch kein Versager,
genauso dachte auch der Mann der and’ren Seite und sprach: ich behalt’ die Hand am Ruder
auf einmal schauten sie sich an und jedem wir sofort bekannt, da drüben steht Dein Bruder.

Sie stehen sich endlich gegenüber, was das Schicksal auch noch verspricht
und beide wissen, sie sind Brüder, er ist der zweite Teil, der ständig mit mir spricht.

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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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